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Licht & Schatten bei Energiesparlampen

Bild: ÖKO Planet

Per Beschluss hat die EU im September 2012 herkömmliche Glühbirnen aus den Ladenregalen verbannt und damit den geplanten Siegeszug der Energiesparlampen eingeläutet. Ein kluger Schachzug, denn „Energiesparen“ zieht beim Verbraucher nicht nur als Verkaufsargument, sondern weckt  auch dessen ökologisches Gewissen. Schnell bekamen die neuen Leuchtmittel den Anstrich „umweltfreundlich“ verpasst. Noch eine schöne grüne Verpackung drumherum und das Öko-Image war perfekt.

Energiesparlampe

Energiesparlampen sind wegen ihres Quecksilbergehalts umstritten.

Doch wo viel Licht ist, gibt’s bekanntlich auch Schatten. Energiesparlampen enthalten hochgiftiges Quecksilber. Ohne das flüssige Metall würden die Leuchten dunkel bleiben. Dass Quecksilber schwere gesundheitliche Schäden anrichten und – in höheren Konzentrationen – sogar tödlich sein kann, ist weder neu noch strittig. So betrachtet, muss man den umweltfreundlichen Charakter der Energiesparlampen mit einem vehementen „ja, aber …“ relativieren.

Eine Gefahr für die Gesundheit besteht vor allem dann, wenn Quecksilberdämpfe sich mit der Raumluft vermischen und über die Atemwege in den menschlichen Organismus gelangen. Das passiert relativ schnell. Zerbricht das Glas einer Energiesparlampe, kann ungehindert Quecksilber austreten. In diesem Fall sind folgende Maßnahmen unbedingt zu beachten:

  1. Kinder aus dem Raum schicken – aber die Kleinen dabei bitte nicht in Panik versetzen
  2. Hund, Katze, Meerschweinchen und Co. nicht vergessen
  3. „Unglückstelle“ abdichten, z.B. mit einem Eimer (sofern schnell greifbar)
  4. Fenster öffnen
  5. Heizung, Klimaanlage, Ventilatoren und Luftreiniger ausschalten
  6. Bruchstücke der Lampe zunächst liegenlassen und selbst den Raum verlassen
  7. Türe schließen und 20 Minuten warten
  8. Luftdichtes Gefäß (z.B. Schraubglas), Haushaltshandschuhe und Klebeband holen
  9. Sind die 20 Minuten um?
  10. Größere Splitter und Lampenreste aufsammeln (Handschuhe anziehen!)
  11. Für Kleinteile: Klebeband leicht andrücken und mit Anhaftung abziehen
  12. Gefäß verschließen und zur Sammelstelle (Sondermüll) bringen
  13. Beim Umgang mit Energiesparlampen künftig besser aufpassen 😉

Sind quecksilberhaltige Lampen also nur gefährlich, wenn Sie zerbrechen? Darüber streiten sich die Experten. Während Kritiker meinen, dass Energiesparlampen schon im ganz normalen Betriebes Schadstoffe an die Umgebung abgeben, widersprechen deren Befürworter. Es wird wohl noch eine Zeit dauern, bis sichere Erkenntnisse auf dem Tisch liegen.

Fakt hingegen ist, die Entsorgung von Energiesparlampen drückt deren Ökobilanz weiter nach unten. Verbrauchte Lampen dürfen nicht in den Hausmüll, sondern müssen bei den dafür vorgesehenen Sammelstellen abgegeben werden. Fahren Verbraucher dafür extra noch ein paar Kilometer mit dem Auto, frisst der Spritverbrauch die zuvor gewonnene Energieeinsparung gleich wieder auf.

Unterm Strich betrachtet, sind Energiesparlampen lange nicht so umweltfreundlich, wie bestimmte Leute glaubhaft machen wollen. Es ist eher davon auszugehen, dass Energiesparlampen nur eine Übergangslösung sind. Die weitaus ökologischere und wirtschaftlichere Technik ist die LED-Leuchte. Allerdings sind LEDs vergleichsweise noch zu teuer. Aber auch das wird sich bald ändern. Auf jeden Fall bleibt die Entwicklung spannend. Wir halten Euch auf dem Laufenden.

Das ZDF hat unter dem Titel „Die dunkle Seite der Energiesparlampen“ einen Film produziert, der das Problem anschaulich erklärt:

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