Neue Beiträge

Lärm stört die Herbstidylle

Lärm und Belästigung durch Laubbläser im Herbstdurch © Jürgen Fälchle - Fotolia.com

Streitobjekt Laubbläser und -sauger

Der Herbst mit seinem „goldenen Oktober“ ist ein wahrer Augenschmaus. Wenn sich die Blätter der Bäume gelb, orange und rot färben, der Wind sie zum Tanz auffordert und die bunte Pracht Wege in Parkanlagen ziert, lädt dieses Naturschauspiel zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Es könnte so idyllisch sein. Könnte! Würden nicht gleichzeitig Heerscharen städtischer Angestellter und Hobbygärtner mit ihren lärmenden Laubbläsern und -saugern ausschwärmen. Ohren betäubender Krach jenseits der Schmerzgrenze von 100 Dezibel und mehr – schnell ist ein Streit von Nachbars Zaun gebrochen.

Das Nerv tötende Dröhnen ist nur eines von vielen Ärgernissen, weshalb umweltbewußte Gärtner besser zu Harke und Rechen greifen sollten. Obendrein ist es gar nicht notwendig – ja sogar schädlich – jedes Fleckchen im Garten oder Park vom Laub zu befreien. Auf Beeten und Wiesen, unter Hecken, Büschen und Bäumen darf das Herbstlaub ruhig liegen bleiben und dem Gärtner von Nutzen sein. Laub, das am Boden verrottet, spendet Tieren Lebensraum, Schutz und Nahrung, Pflanzen den wichtigen Humus.

Rechen von Herbstlaub

Herbstlaub: Lieber mit Harke und Rechen als mit Laubbläsern.
Foto: RainerSturm / pixelio.de

Mit Geschwindigkeiten über 200 km/h pusten Laubbläser nicht nur Blätter durch die Gegend, sie wirbeln Käfer, Würmer, Hundekot, Feinstaub und Schimmelpilze kräftig durcheinander. Zur ohnehin schon genug belasteten Atemluft gesellt sich ein Cocktail aus (toten) Kleintieren, Schimmelsporen und anderen ungesunden Partikeln. Viele der eingesaugten Tiere verenden jämmerlich im Fangbeutel. Laubsauger, die eingesaugte Blätter gleich häckseln, können sogar für Frösche und kleine Igel zur tödlichen Falle werden. Darüber hinaus bringen Laubbläser und -sauger die natürliche Flora und Fauna am Boden aus dem Gleichgewicht, bezinbetriebene Modelle verpesten die Luft.

Also viele gute Gründe, ganz auf die motorisierten Gartenhelfer zu verzichten. Harke und Rechen haben sich über hundert Jahre für die Gartenarbeit bewährt. Es dauert zwar etwas länger, bis Wege vom Laub befreit sind, dafür ist diese Methode ökologisch einwandfrei. Wer Laub von Hand recht, tut gleichzeitig noch etwas für die eigene Gesundheit. Körperliche Bewegung an der frischen Herbstluft weckt schnell müde Geister zu neuem Leben.

Um Nachbarn vor allzu eifrigen Kleingärtnern besser zu schützen, hat der Gesetzgeber strenge Betriebszeiten erlassen. Werktags dürfen Gärtner ihre „Höllengeräte“ nur zwischen 9 und 13 Uhr sowie zwischen 15 und 17 Uhr anwerfen. Außerhalb dieser Zeiten, sowie an Sonn- und Feiertagen, müssen Laubbläser und Laubsauger im Schuppen bleiben.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*