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Greenpeace weist Gift in Kinderkleidung nach

Kinderkleider Schadstoffe Bild: © xy - Fotolia.com

Qualität ist keine Frage des Preises.

Die Aufzählung liest sich wie das ABC der Giftküche: Phthalate, Nonylphenolethoxylate, polyfluorierte Verbindungen und die – als krebserregend eingestufte – Perfluoroctansäure. Alle diese Stoffe haben zwei Gemeinsamkeiten:

  1. Sie können krank machen oder das menschliche Erbgut schädigen
  2. Greenpeace-Wissenschaftler haben sie in Kinderkleidung gefunden

„Nichts Neues“ möchte man mit einem Fingerzeig auf die vielen Billiganbieter meinen. Doch beim jüngsten Test der Regenbogenkämpfer ging es nicht nur den Discountern an den Kragen, auch teure Premiumhersteller mit ihren Top-Marken schnitten schlecht ab. Fazit: Gift in Kinderkleidung ist keine Frage des Preises.

Kinderkleidung aus Bio-Baumwolle kbA und Schurwolle kbT

Gesund und schick: Kinderkleidung aus Bio-Baumwolle

Das Paradoxe an der Sache: Hätte Greenpeace die giftigen Stoffe in Spielzeug statt in Kinderkleidung nachgewiesen, wären die belasteten Produkte längst aus dem Verkehr gezogen. Aber was die EU für Spielzeug geregelt hat, sucht man bei Kleidung vergebens. Dabei ist der direkte Kontakt mit Hose, Pullover und Jacke häufig viel intensiver als mit Bauklötzen.

So lange gesetzliche Regelungen und Kennzeichnungspflichten fehlen, müssen Eltern selbst darauf achten, was bei ihren Kindern im Kleiderschrank hängt. Gesunde Alternativen gibt es. Hersteller wie Engel, Leela, Hempage und Living Crafts verkaufen seit Jahren erfolgreich streng kontrollierte und auf Schadstoffe geprüfte Kleidung aus Bio-Baumwolle.

Lediglich in Sachen Auswahl, Vielfalt und Farbvariation müssen sich die Öko-Anbieter den konventionellen Wettbewerbern (noch) geschlagen geben. Dies ist vor allem einer geringeren Nachfrage geschuldet, weil mit ökologischer Kleidung bislang keine Massenmärkte bedient werden. Obwohl auch hier ein Trend zu gesunden Lebensweise erkennbar ist, wird es noch eine Weile dauern, bis Öko-Kleidung dauerhaft den Weg in die breite Masse findet.

Modebewusste Männer und Frauen stehen deshalb oft vor der Entscheidung: „Entweder … oder“ und nicht „sowohl … als auch“. Frei nach dem Motto „Kleider machen Leute“ folgt der Griff zu dem Kleidungsstück, das Ansehen und Akzeptanz im sozialen Umfeld verspricht. Vor allem junge Menschen, deren Persönlichkeit noch nicht so gefestigt ist, definieren sich gerne über ihr Äußeres.

Daher stellt sich die Frage, wie viel und welche Kleidung braucht der Mensch und – noch entscheidender – wie oft wird die Garderobe auswechselt. Von einer „Kaufen – Anziehen – Wegwerfen“-Mentalität sind wir zwar noch ein paar Schritte entfernt, aber die Zeiten, in denen wir Hosen, Hemden und erst zur Altkleidersammlung geben, wenn sie abgetragen waren, sind Geschichte. Heute entscheiden von der Werbung ausgerufene Modetrends über Kleiderschrank und Kleidersack. Geht der Kunde schon vor dem kauf davon aus, ein T-Shirt, ein Hemd oder eine Bluse nur zwei oder drei Mal zu tragen, spielen Qualität und Nachhaltigkeit bei der Kaufentscheidung eine untergeordnete Rolle.

Dass so ein Konsumverhalten Raubbau an der Natur ist, steht außer Zweifel. Laut einer Studie des World Wide Fund for Nature (WWF) verbraucht die Produktion eines T-Shirts, vom Anpflanzen der Baumwolle bis es verkaufsfertig im Regal einer Boutique liegt, 45 Kilogramm an Rohstoffen. Für ein Paar Schuhe klettert der Rohstoffbedarf auf 731 Kilogramm. Die Sachen dann zu entsorgen, belastet unser Öko-System ein zweites Mal.

Vor einigen Wochen brachte das ZDF einen Beitrag über Billigstpreise im hart umkämpften Textilmarkt. Im Mittelpunkt stand eine in Deutschland boomende Textilkette, die vorwiegend Teenager anspricht und für lange Warteschlangen vor den Ankleidekabinen bekannt ist. Darauf angesprochen meinte ein Schülerin: „Ich kaufe auch Sachen, ohne sie vorher anzuprobieren. Wenn’s mir dann nicht passt oder gut steht, werfe ich es halt [ungetragen! – Anm. des Autors] weg. Kostet ja nur ein paar Euro.“ Woran sie scheinbar nicht denkt: Für „ein paar Euro“ muss eine Näherin in Bangladesch sehr hart arbeiten.

Bio-Kinderkleidung im Online-Shop

Wie groß die Auswahl an Kinderkleidung aus Bio-Baumwolle ist, können Sie in unserem Online-Shop sehen.

Quellen:
http://www.greenpeace.de/themen/chemie/nachrichten/artikel/teure_kleidung_lohnt_sich_nicht/
http://www.wwf.at/de/view/files/download/forceDownload/?tool=12&feld=download&sprach_connect=265