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Luftreiniger gegen Tabakrauch

Zum Internationalen Weltnichtrauchertag am 5. Mai

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Wissenschaftlich ist längst bewiesen, dass ein Raucher nicht nur seiner eigenen Gesundheit schadet, sondern auch den Menschen in seiner Umgebung. Über die Hälfte des Tabakqualms einer Zigarette – einschließlich der darin enthaltenen Giftstoffe – gelangt mit dem so genannten Nebenstromrauch in die Atemluft der Passivraucher. Laut einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sind in Deutschland etwa 35 Millionen Menschen am Arbeitsplatz oder in ihrer Freizeit dem unfreiwilligen Mitrauchen ausgesetzt. Jedes Jahr sterben in der Bundesrepublik etwa 3.300 Menschen an den Folgen des Passivrauchens (Quelle: Wikipedia). Nur am Rande bemerkt: Bei einem aktiven Raucher – so die Statistik – verkürzt jeder(!) Glimmstengel die Lebenserwartung um circa 22 Minuten.

Wer sich dem Passivrauch nicht entziehen kann (oder will), aber trotzdem das Risiko gesundheitlicher Gefahren senken möchte, kann mit einem speziellen Luftreiniger den schädlichen Tabakrauch aus Wohnung und Büroraum verbannen. Wie das funktioniert und worauf Sie bei einem Luftreiniger mit „Rauch-Stopp-Wirkung“ achten müssen, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Bislang haben Forscher im Zigarettenrauch etwa 12.000 verschiedene chemische Verbindungen nachgewiesen, rund 2.000 davon sind als giftig (toxisch) eingestuft. Die meisten davon treten in Form lungengängiger Feinstaubpartikel auf.

Ein geeigneter Luftreiniger muss diese Partikel möglichst vollständig erfassen und filtern können. Dabei saugt der Luftreiniger die mit Partikeln belastete Raumluft an, filtert die Schadstoffpartikel heraus und gibt die gereinigte Luft an den Raum zurück. Wichtig dabei ist, dass die Raumluft mindestens zwei Mal in der Stunde vollständig umgewälzt und ein speziell für Kleinstpartikel entwickelter Feinstaub-Filter verwendet wird.

Aktuell schaffen das die hochwertigen HEPA-Filter am besten. Dank ihres engmaschigen Gewebes holen sie bis zu 99,97 Prozent aller Partikel mit einer Größe bis zu 0,3 Mikron (das entspricht drei Zehntausendstel Millimeter) sicher aus der Raumluft. Hochleistungs-Luftreiniger, wie die Modelle der HealthPro-Serie der Schweizer Firma IQAir®, filtern laut Hersteller sogar 99,5 Prozent aller Partikel mit einer Größe bis zu 0,003 Mikron, also Luftschwebestoffe, die noch 100 Mal kleiner sind, als die bereits erwähnten Partikel.

Ein zusätzlicher Aktivkohlefilter bindet die gasförmigen Teilchen in der Luft sehr wirksam. Damit verschwindet auch weitestgehend der lästige Tabakgeruch.

Vorsicht ist bei Luftreinigern geboten, die mit Hilfe von Ozon (-generatoren) gegen Tabakgeruch vorgehen. Ozon ist bekannt dafür, dass es Gerüche wirksam beseitigt. Allerdings warnen schon seit längerem die „Lungenärzte im Netz“ vor einer Kombination aus Ozon und Zigarettenrauch [http://www.lungenaerzte-im-netz.de/lin/linaktuell/show.php3?id=1942&nodeid=18]. Nach deren Erkenntnissen verbindet sich das Ozon mit dem Nikotin und anderen Schadstoffen des Tabakqualms zu lungengängigen Aerosolen, die selbst in kleinste Bereiche der Atemwege vordringen können.

Im Folgenden möchten wir eine sehr oft geäußerte, aber zu hoch gesteckte Erwartung bremsen:
Ein Luftreiniger kann einen „Raucherraum“ nicht in einen „Luftkurort“ verwandeln. Tabakrauch ist sehr aggressiv und hartnäckig. Wurde in einer Wohnung oder einem Büro regelmäßig über einen längeren Zeitraum geraucht, setzen sich Rauchpartikel in Textilien (Teppichboden, Vorhänge, Polster), Möbeln, Holzdecken, Tapeten, Putz und sogar im Mauerwerk fest. Diese restlos zu beseitigen würde jeden noch so guten Luftreiniger überfordern. Sollen alle Raucherspuren restlos verschwinden, braucht es eine umfassende bautechnische Sanierung.

Trotz dieser Einschränkung sind HEPA-Luftreiniger ein absolut wirksames Mittel, um die Schadstoffbelastung durch Zigarettenrauch in geschlossenen Räumen spürbar und gesundheitsschützend zu reduzieren. Mehr Informationen zu Hepa-Luftreingern und passende Angebote finden Sie hier: https://www.luftreiniger.com/luftreiniger/mit-hepa-filter/

14 Kommentare zu Luftreiniger gegen Tabakrauch

  1. Es gibt ja spezielle Luftreiniger, die dafür ausgelegt sind. Trotzdem bin ich auch der Meinung, man sollte lieber raus gehen. Rauchen ist ja schon schlimm genug, aber dann den ganzen Tag noch in diesem Rauch sitzen?
    Vorallem wäre mir das super unangenehm, wenn man Gäste hat…
    Viele Grüße
    Simone

  2. Hi,
    danke für den interessanten Beitrag. Mir hat man, aufgrund einer Bakterieninfektion zu einer Ozontherapie in Freiburg geraten. Hat jemand damit Erfahrung?

  3. Naja der ständige Rauch wird den Filter im Luftreiniger ein ganzes Stück weit mitnehmen, sodass man ständig einen neuen Filter erwerben müsste. Hierbei zahlt man nicht nur für den Rauch,sondern auch für den ständigen Filterwechsel. Für regelmäßigen Rauchkonsum macht es vielleicht doch eher Sinn einfach mal rauszugehen.

    • Martin Schmidt // 4. April 2017 um 13:49 // Antworten

      Rauchen im Freien (Balkon, Garten) ist sicher die bessere Alternative, um Zigarettenqualm aus den Wohnräumen fernzuhalten. Aber nicht jedem (Raucher) gefällt das, vor allem im Winter. Moderne (HEPA-) Filter in Luftreinigern von Qualitätsherstellern wie IQAir, Blueair und Daikin können schon einiges an Rauch „wegstecken“, bevor der Filter gewechselt werden muss. Beim IQAir HealthPro 250 beispielsweise liegen die Intervalle für den Filterwechsel zwischen 36 und 48 Monaten, die meisten der in der Anschaffung etwas günstigeren Blueair-Luftreinger wollen schon nach 6 Monaten einen neuen Filter. Wie so oft im Leben ist das der Kompromiss, den man (und frau) eingehen muss, wenn man trotz Tabakgenuß saubere Raumluft haben möchte.

  4. Hallo.
    Einen Luftreiniger mit ein Hepa-Filter macht hier am meisten Sinn. Viele haben zusätzlich noch einen AktivkohleFilter.

    • Martin Schmidt // 7. März 2017 um 15:05 // Antworten

      @Nadine Das sehen wir genauso. Der Idealfall ist natürlich eine rauchfreie Wohnung. Wenn geraucht wird, sollte ein Luftreiniger zusätzlich zum HEPA-Filter einen Aktivkohlefilter haben. Vorsicht aber mit Ozon. Das kann sich mit dem Tabakrauch zu gefährlichen Aerosolen verbinden.

  5. Luftreiniger test // 1. Dezember 2016 um 05:18 // Antworten

    Das sehe ich genauso. Gegen Zigarettenrauch ist hier der Hepa Luftreiniger die richtige Wahl.

    • Martin Schmidt // 6. Dezember 2016 um 15:16 // Antworten

      Stimmt – für ein gemeinames Miteinander von Raucher und Nichtraucher unter einem Dach ist ein Luftreiniger eine ganz gute Lösung.

  6. Ich habe vieles von einen Ozongenerator gehört, es soll aber teuer sein.

    • Hallo Laura,
      wie in unserem Beitrag beschrieben, sollten Ozongeneratoren mit Bedacht eingesetzt werden. Viele Menschen reagieren empfindlich auf (zu viel) Ozon. Richtig kritisch wird’s in Verbindung mit Tabakrauch. Hersteller von Luftreinigern wie IQ Air und Blueair weisen extra hin, dass ihre Produkte kein Ozon produzieren/abgeben.

      Ozon kommt auch bei der Aufbereitung von Gebrachtfahrzeugen zum Einsatz, um Grüche zu beseitigen. Allerdings verflüchtigt sich das Ozon nach der Aufbereitung wieder, weil es eher ein einmaliger Vorgang ist. Durch einen Generator zuhause wird aber kontinuierlich Ozon erzeugt und an die Umgebung abgegeben.

      Es ist also immer ein Abwägen zwischen Nutzen und (Neben-) Wirkung.

      Daneben gibt es noch Luftreiniger mit Ionisatoren, welche die Luft mit Ionen (also geladenen Teilchen) anreichern. Dies dient ebenfalls zur „Luft-Erfrischung“. Unter Umständen kann dabei durch eine chemische Reaktion ebenfalls Ozon entstehen.

      (http://de.wikipedia.org/wiki/Ionisator#Ionisatoren_in_elektrischen_Haushaltsger.C3.A4ten)

      Viele Grüße
      Martin (ÖKO Planet – Team)

  7. Der Ozongenerator soll platz 1 in den USA sein, ich wollte den mal probieren, gegen Zigarettengeruch. Hat das einer schon gemacht?

    • Nach dem Beiträg der „Lungenärzte im Netz“ wäre ich mit einem Ozongenerator gegen Zigarettenrauch vorsichtig -> wegen der Gefahr durch Aerosole –> siehe dazu auch http://www.lungenaerzte-im-netz.de/lin/linaktuell/show.php3?id=1942&nodeid=18

      Um eine einmalige „Reinigung“ vorzunehmen, wie z.B. bei der Gebrauchtwagernaufbereitung kann Ozon sinnvoll sein, wenn dafür gesorgt wird, dass sich die entstandenen Aerosole verflüchtigen. Der Dauerbetrieb mit Ozon und Tabakrauch in Wohnräumen ist keine gute Lösung.

      Der schwedische Hersteller Blueair hat Luftreiniger im Programm, die mit speziellen Smoke-Stop Filtern ausgerüstet sind. Das halte ich im vergleich zum Ozongenerator für die bessere Variante.

      Aber hier geht es in erster Linie um die schädlichen Partikel, die über den Zigarettenrauch in die Raumluft gelangen.

      Der Geruch selbst ist ein zusätzliches Problem. Je nach „Dosis“ setzt sich der Rauch (-geruch) in Vorhängen, Polstern, Teppichen und Tapeten fest. Er kann sogar bis ins Mauerwerk durchdringen. Deshalb sollte man nicht erwarten, dass ein Luftreiniger (selbst mit Smoke-Stop-Filter) aus einem starken Raucherhaushalt einen „Luftkurort“ macht. Trotzdem ist es besser, als gar nicht zu filtern und die Tabakpartikel einzuatmen.

      • Durch Ozon verflüchtigt sich ein Aerosol nicht, denn bei einem Aerosol handelt es sich um ein festes oder flüssiges Schwebteilchen. Das Wirkung des Ozon beruht auf der Reaktion mit einem Teil der 4000 chemischen Substanzen des Zigarettenrauchs. Dabei spaltet das Ozon schädliche oder lästige chemische Verbindungen auf. In der Regel sind die Spalt- bzw. Abbauprodukte weniger schädlich. Bei Zigarettenrauch ist das jedoch nicht der Fall.

        Das Ozon kann in entsprechender Menge übrigens auch in Möbeln und Polstern und Teppichen den Geruch abbauen. Wie neu wird es tatsächlich aber nicht mehr riechen.

        • Martin Schmidt // 5. Juni 2015 um 11:56 // Antworten

          @ Flocke. Danke für die ausführliche Ergänzung. Wie von Dir beschrieben, kann Ozon Geruch abbauen. Ozon wird deshalb auch oft zur Aufbereitung von Gebrauchtwagen verwendet (insbesondere bei Raucherfahrzeugen) um Gerüche aus den Polstern und anderen Textilien (Himmel, Türverkleidung) zu bekommen. Meist stehen die Fahrzeuge dann noch ein paar Tage (oder Wochen) bis zum Verkauf, dass sich die Verbindungen wieder abbauen können. Problematisch ist es, wenn ozonbasierte Luftreiniger auf „frischen“ Zigarettenrauch treffen, etwa in einem Raucherhaushalt.

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